Tagesgeld – quo vadis?

Bestes GirokontoEs scheint für die Anleger kein Ende in Sicht zu sein. Die Tagesgeldzinsen verharren auf einem kontinuierlichen Tiefststand. Mario Draghi und seine Kollegen aus dem Zentralbankrat machen keine Anstalten, den historisch niedrigen Leitzins wieder anzuheben. Es gibt allerdings bei einer gesamteuropäischen Betrachtung auch keinen Anlass. Spanien steuert nach wie vor in Richtung einer Stagnation, in Griechenland hat die Deflation Einzug gehalten. Zinserhöhungen dienen jedoch dazu, inflatorischen Tendenzen entgegen zu wirken.

Inhaltsverzeichnis

  • Was bleibt den Anlegern?
  • Tagesgelder bleiben unverzichtbar

Was bleibt den Anlegern?

Wer in Tagesgeld investiert ist, muss die Augen offen halten und ein Mindestmaß an Flexibilität mitbringen. Im Grunde liegen nur noch die Zinsen für Konten mit Neukundenboni in einem Rahmen, der sich oberhalb der Inflationsrate bewegt. Bankkunden sind dem zufolge gut beraten, wenn sie sich von einer Solidarität mit ihrer Bank verabschieden und konsequent nach dem besten Anbieter Ausschau halten. Wichtigstes Instrumentarium ist dabei ein Tagesgeldvergleich. Hier können die Konditionen für die Einlagen tagesaktuell abgerufen werden. Die Eröffnung, Führung und die Schließung eines Tagesgeldkontos sind kostenlos. Es spricht also nichts dagegen, nach Ablauf der Zinsbindung für den Bonuszins das Konto aufzulösen und sich den nächsten Anbieter mit Zinsbonus zu suchen. Wichtig ist, dass nicht nur das Guthaben auf das neue Konto transferiert wird, sondern das Konto komplett geschlossen wird. Die Banken zahlen Neukundenboni, wenn je nach Institut für die Dauer von sechs oder zwölf Monaten keine Geschäftsverbindung bestand. Auf diese Art und Weise halten sich Anleger die Option offen, erneute Bonuszinsen bei dieser Bank zu einem späteren Zeitpunkt zu erhalten.

Tagesgelder bleiben unverzichtbar

Tagesgeldkonten haben Sparbüchern schon lange den Rang abgelaufen. Als Konto für die eiserne Reserve sind sie unverzichtbar. Sparbücher haben den Nachteil, dass innerhalb von 30 Tagen nur 2.000 Euro verfügt werden können und die Verzinsung deutlich unter der für Tagesgelder liegt. Für größere Auszahlungen werden den Kunden Strafzinsen in Rechnung gestellt. Nach wie vor gilt, dass ein Sicherheitspolster in Höhe von drei Monatsgehältern als Liquidität gehalten werden sollte. Niemand weiß, ob er nicht kurzfristig eine größere Ausgabe tätigen muss, beispielsweise, weil das Auto kaputt geht, oder eine neue Waschmaschine benötigt wird. Auch wenn die aktuelle Zinslage nicht dazu einlädt, größere Summen auf dem Konto zu halten, ist es immer noch die sinnvollste Variante. Festgelder als eiserne Reserve kommen nicht infrage, da im Zweifelsfall keine Verfügungsmöglichkeit zum entsprechenden Zeitpunkt besteht.

Wer noch kein Tagesgeldkonto besitzt, sollte bei der Auswahl nicht nach einem möglichst hohen Bonuszins Ausschau halten, sondern einen Anbieter wählen, der als Bonus eine Bareinlage auf das Konto zahlt. Diese rechnet sich für Einsteiger deutlich besser, als ein hoher Zins auf einen niedrigen Kontostand.