SEPA-Überweisung – Kosten und Gebühren im Überblick

SEPA-Überweisung – Kosten und GebührenSeit mehreren Jahren wird auch in Deutschland im Bereich des Zahlungsverkehrs häufig die Bezeichnung SEPA genutzt. Diese steht als Abkürzung für „Single Euro Payments Area“, was ins Deutsche übersetzt soviel wie einheitlicher Euro-Zahlungsverkehrsraum bedeutet. Vereinfacht dargestellt handelt es sich bei SEPA um ein Projekt der Europäischen Union, das in erster Linie die Vereinheitlichung von bargeldlosen Zahlungen innerhalb des Wirtschaftsraums zum Ziel haben soll. In der Praxis zeigen sich die Auswirkungen insbesondere dadurch, dass mittlerweile statt Kontonummer und Bankleitzahl der sogenannte IBAN genutzt wird.

Inhaltsverzeichnis

  • Themenübersicht:
  • 1. Die wesentlichen Eigenschaften und Merkmale von SEPA
  • 2. Das SEPA-Standard-Überweisungsformular mit seinen Details
  • Aufbau und Inhalt von IBAN und BIC-Code
  • 3. Die Gebühren für die SEPA-Überweisung im Detail
  • 4. Fazit: SEPA-Überweisung vereinheitlicht europäischen Zahlungsverkehr
    • Oliver Schoch

Details zum System SEPA und SEPA-Überweisungen im Überblick

  • IBAN ersetzt Kontonummer und Bankleitzahl
  • einheitliche Überweisungen innerhalb der Europäischen Union
  • Standard-Überweisungsformular wird genutzt
  • unterschiedliche Kosten und Gebühren möglich

1. Die wesentlichen Eigenschaften und Merkmale von SEPA

Wie eingangs erwähnt, handelt es sich bei SEPA um den einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum innerhalb der Europäischen Gemeinschaft. Dieser hat zum Ziel, europaweit bargeldlose Zahlungen in Euro möglichst zu vereinheitlichen. Besonders zu erwähnen ist, dass es sich bei den teilnehmenden Ländern und Regionen nicht nur um die Eurostaaten handel, sondern noch weitere Länder vertreten sind.

SEPA-Überweisung für einfache Transaktionen in Euro

SEPA-Überweisung in der Europäischen Union verbreitet

Somit sind es die folgenden Staaten, die an SEPA teilnehmen:

  • sämtliche EU-Mitgliedstaaten (28)
  • Islands
  • Norwegen
  • Liechtenstein
  • Monaco
  • Schweiz

vorlage_musterIn erster Linie beinhaltet SEPA zwar standardisierte Überweisungen, an sich gibt es beim SEPA-Zahlungsverkehr allerdings noch weitere Bezahlmöglichkeiten, die von nahezu allen Banken angeboten werden, wie unter anderem auch unsere Targobank Girokonto Erfahrungen zeigen. Dazu gehören insbesondere die SEPA-Basislastschriften sowie die SEPA-Firmenlastschriften und auch SEPA-Kartenzahlungen können vorgenommen werden. In der Praxis zeigt sich der einheitliche Euro-Zahlungsverkehrsraum aber insbesondere durch die SEPA-Überweisungen, die mittlerweile in der Zahlungsverkehrspraxis einen großen Anteil einnehmen.

Am einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum SEPA nehmen mittlerweile sämtliche EU-Mitgliedstaaten sowie einige weitere Länder teil. Dabei ist es in erster Linie die europaweit standardisierte SEPA-Überweisung, die das Ziel des Systems ist.

2. Das SEPA-Standard-Überweisungsformular mit seinen Details

erfahrungen_schreibenDie wohl wichtigste Grundlage des gesamten SEPA-Systems ist unter anderem das Standard-Überweisungsformular, welches heute und auch zukünftig bei Überweisungen innerhalb der Europäischen Union genutzt werden soll. Bereits jetzt nimmt dieses Überweisungsformular einen großen Anteil am gesamten Zahlungsverkehr ein. Innerhalb des Überweisungsformulars ist genau vorgegeben, welche Angaben in der jeweiligen Zeile des Formulars gemacht werden müssen.

Daher möchten wir Ihnen kurz einen Überblick darüber geben, welche Angaben in welche Zeile des Standard-Überweisungsformular gehören, welches natürlich sowohl offline bzw. belegaft als auch online genutzt werden kann:

  • Zeile 1: Name des Empfängers
  • Zeile 2: IBAN des Empfängers
  • Zeile 3: BIC der Empfängerbank (bei Überweisungen ins Ausland notwendig)
  • Zeile 4: Überweisungsauftrag in Euro
  • Zeile 5 und 6: Name und IBAN des Absenders (Zahlungspflichtigen)

Ein wesentlicher Inhalt besteht bei der SEPA-Überweisung demnach darin, dass das Formular standardisiert ist und daher alle Angaben einheitlich vorgenommen werden müssen. Für manche Kunden mag dabei noch etwas neu sein, dass beim SEPA-Überweisungsformular nicht mehr die bisherige Kontonummer sowie die Bankleitzahl genutzt wird, sondern stattdessen sind der IBAN sowie eventuell der BIC-Code der Empfängerbank einzugeben.

Ausfüllen eines SEPA-Überweisungsformulares

Das SEPA-Überweisungsformular in Belegform

Aufbau und Inhalt von IBAN und BIC-Code

ChecklisteVielen Verbrauchern ist der IBAN als solcher zwar mittlerweile bekannt, allerdings wissen nur wenige Kunden darüber Bescheid, woraus der IBAN besteht, wie er aufgebaut ist und was es mit dem BIC-Code auf sich hat. Daher möchten wir Ihnen auch in diesem Bereich eine einfache Erklärung liefern.

Zunächst einmal ist es so, dass der IBAN je nach Land unterschiedlich aufgebaut sein kann. In Deutschland handelt sich um einen Code aus Buchstaben und Zahlen, der immer über 22 Zeichen verfügt. Dabei sind diese 22 Zeichen in die folgenden Blöcke unterteilt:

  • Zeichen 1-2: DE als Kennziffer für Deutschland
  • Zeichen 3-4: zweistellige Prüfsumme
  • Zeichen 5-12: Bankleitzahl des Empfängerinstitutes
  • Zeichen 13-22 Kontonummer des Empfängers

An und für sich ist der IBAN in Deutschland also relativ einfach aufgebaut, denn die letzten 18 der 22 Zeichen bestehen aus der bisherigen Kontonummer und der Bankleitzahl des Kreditinstitutes. Im Prinzip müssen sich Kunden also nur die nach der dem Länderkennzeichen folgende Prüfziffer merken und schon haben sie ihren kompletten IBAN zur Hand, wenn davon auszugehen ist, dass Kontonummer und Bankleitzahl bisher ohnehin bereits auswendig gelernt wurden.

IBAN muss auf SEPA-Überweisung angegeben werden

IBAN ist bei SEPA-Überweisung Pflicht

Beim BIC-Code ist es etwas anderes als beim IBAN, denn es handelt sich dabei um einen Bankcode, der jedem Kreditinstitut zugeordnet ist. Der BIC wird oftmals auch als Swift-Code bezeichnet und ermöglicht es, jedes einzelne Bankinstitut genau zu identifizieren. Es handelt sich dabei um einen elfstelligen Code, der nicht wie der IBAN in gewisser Weise abgeleitet werden kann, sondern der Kunde muss sich diesen schlichtweg merken oder notieren. Die Angabe des BIC-Codes ist normalerweise bei Überweisungen im Inland optional, sollte aber spätestens dann auf dem SEPA-Überweisungsformular erfolgen, wenn Geld ins Ausland überwiesen wird.

Die SEPA-Überweisung ist die wichtigste Basis für den einheitlichen Zahlungsverkehr, der durch SEPA gewährleistet werden soll. Mittlerweile ersetzen IBAN und BIC-Code das bisherige System von Kontonummer und Bankleitzahl. Kunden können sich insbesondere den IBAN relativ einfach merken, da er zu 90 Prozent aus der bisherigen Bankleitzahl sowie der Kontonummer des Empfängers besteht.

3. Die Gebühren für die SEPA-Überweisung im Detail

gebuehrenEin wichtiger Grundsatz besteht bei beim SEPA-Zahlungsverkehr darin, dass Banken verpflichtet sind, In- und Auslandsüberweisungen (in Euro) von den Gebühren her gleich zu behandeln. Es ist also nicht mehr erlaubt, dass beispielsweise eine SEPA-Überweisung ins Inland teurer als eine SEPA-Überweisung ins Ausland ist, falls auch dieses entsprechende Empfängerland dem SEPA-Zahlungsverkehr angeschlossen ist.

Grundsätzlich sind viele SEPA-Überweisungen demnach kostenlos, allerdings kommt es natürlich stets auf den individuellen Tarif an, der bei der jeweiligen Bank gilt. Demzufolge kann auch bezüglich der Kosten und Gebühren für SEPA-Überweisungen keine pauschale Aussage getroffen werden, sondern Sie sollten sich als Kunde hier im jeweiligen Preis-Leistungs-Verzeichnis Ihrer Bank informieren.

SEPA-Überweisung verursacht unterschiedliche Kosten

Auf Kosten bei der SEPA-Überweisung achten

Wichtig zu beachten ist, dass eine EU-Standardüberweisung sowie eine SEPA-Überweisung von den Kosten her für den Kunden nicht teurer als eine herkömmlich innerstaatliche Überweisung sein dürfen. Somit hängt es entscheidend vom jeweiligen Konto- und Gebührenmodell der Bank ab, welche Kosten für eine SEPA-Überweisung im Zuge der Kontoführungsgebühren berechnet werden.

In der Praxis tauchen beispielsweise vor allem die folgenden Modelle auf:

  • sämtliche SEPA-Überweisungen in monatlichem Grundpreis enthalten
  • SEPA-Überweisung wird als einzelner Buchungsposten separat berechnet
  • eine bestimmte Anzahl von Überweisungen / Buchungsposten sind im Grundpreis enthalten, während jede weitere darüber hinaus gehende Buchung extra berechnet wird

VerbrauchertippsEbenfalls interessant ist sicherlich ein Kostenvergleich zwischen der SEPA-Überweisung und einer Auslandsüberweisung, wenn Geld zu einem Empfänger transferiert werden soll, der sein Konto im Ausland hat. Auch hier können wir Ihnen nur raten, sich mit den individuellen Tarifen und Preisen ihrer Bank auseinanderzusetzen und zu vergleichen, welche Variante in diesem Fall günstiger ist.

Die Kosten, die Bankkunden für eine SEPA-Überweisung in Rechnung gestellt werden, sind so individuell wie das gesamte Preisverzeichnis der Kreditinstitute. Allerdings ist zu beachten, dass eine SEPA-Überweisung grundsätzlich nicht teurer als eine vergleichbare herkömmliche Inlandsüberweisung sein darf.

4. Fazit: SEPA-Überweisung vereinheitlicht europäischen Zahlungsverkehr

fazitDie SEPA-Überweisung ist am Markt bereits stark vertreten, sodass viele Verbraucher sich mittlerweile schon daran gewöhnt haben, bei einer Überweisung nicht mehr Kontonummer und Bankleitzahl, sondern IBAN und eventuell den BIC-Code des Empfängerinstitutes anzugeben. Die Vereinheitlichung drückt sich bei manchen Banken auch in günstigeren Gebühren und Kosten aus, jedoch gilt es nach wie vor, das individuelle Preisverzeichnis des jeweiligen Kreditinstitutes zu beachten. Es gibt nämlich keine einheitlichen Kosten und Gebühren, wenn es um die Nutzung einer SEPA-Überweisung geht.
SEPA-Überweisung – Kosten und GebührenBildnachweise:
– pixabay.com
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– #60421635 – © Teteline – Fotolia.com

Oliver Schoch

Oliver Schoch

Nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann war Oliver Schoch 13 Jahre im Finanzbereich tätig. Auf Basis des umfangreichen Wissens im Finanzsektor ist er seit sechs Jahren als freiberuflicher Finanzredakteur tätig.
Oliver Schoch

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Author: Oliver Schoch

Nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann war Oliver Schoch 13 Jahre im Finanzbereich tätig. Auf Basis des umfangreichen Wissens im Finanzsektor ist er seit sechs Jahren als freiberuflicher Finanzredakteur tätig.